Bildliche Inspiration
Jeder Vorwand ist recht

Alexander-Newski-Kirche, Potsdam, Alexandrowka
Trotz Schnee und Kälte geht es bei einem weiteren Stadtspaziergang in Potsdam in die “russische” Kolonie Alexandrowka. Laut Reiseführer ließ der preußische König das russisch inspirierte Bilderbuchdorf 1826 in Erinnerung an den verstorbenen Zar Alexander errichten. Die pittoresken Häuser wurden an russische Soldaten verschenkt, die auf der Seite Preußens gegen Napoleon gekämpft hatten. So gibt es dort auch eine orthodoxe Kirche, die dem Heiligen Alexander Newski geweiht ist. Das Innere ist reich mit Ikonen geschmückt, von denen ich mir eine bildliche Inspiration für den Krimi “Kanadisch für Spione” erhoffte.

Haus in der Kolonie Alexandrowka, Potsdam
Natürlich sind die bei “Kanadisch” genannten Maler frei erfunden, auch die “amerikanisch-orthodoxe Schule”, nach der die “echt gefälschte” Ikone im Krimi gemalt ist, ist ausgedacht. Trotzdem fand ich ein wenig Realitätsbezug inspirierend. Einige der Heiligenbilder sind mit Gold oder Silber verkleidet. Die Gesichter sind gemalt, das Metall ist quasi das Gewand der Figur. Laut Wikipedia haben Ikonen, die von Gläubigen geküsst werden, einen solchen Metallmantel.
Moskauer Nüsse oder lieber Kekse?
Meinen Ausflug nach Alexandrowka habe ich mit zwei Freundinnen in einem russischen Café ausklingen lassen. Dort gab es Tee aus dem Samowar und ein Mürbeteiggebäck, dass sich Moskauer Nüsse nannte. Ich habe kurz überlegt, ob ich die Handlanger im zweiten Kapitel von Kanadisch lieber Moskauer Nüsse statt Kekse essen lassen soll. Der Erinnerung halber. Dann müsste ich allerdings umständlich erklären, was Moskauer Nüsse überhaupt sind. Deshalb habe ich mich dagegen entschieden und die Handlager essen weiterhin Kekse aus der grünen Schüssel.
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